

Diagnostik:
Die umfassende Diagnostik erfolgt auf Basis der aktuellen Klassifikationssysteme (ICD-10, DSM-IV) und der klassischen kinder- und jugendpsychiatrischen Krankheitslehre, durch ausführliche Erhebung der Vorgeschichte und der Symptomatik, durch Verhaltens- und Verlaufsbeobachtung während des klinischen Aufenthaltes, durch eine psychiatrische sowie körperlich-neurologische Untersuchung (incl. apparativer – z.B. EEG, EKG - und laborchemischer Verfahren) und einer ausführlichen psychologischen Diagnostik mit testpsychologischen Verfahren.
Hierdurch können seelische und körperliche Einflussfaktoren gleichermaßen beurteilt werden.
Therapie:
Unser Therapiekonzept ist auf die möglichst alltagsnahe Therapie ausgelegt. Dazu beziehen wir alle im Umfeld des jungen Menschen wichtigen Personen (Familie bzw. Sorgeberechtigte, Schule, Kindergarten etc.) ein. Durch innovative Therapieansätze und das gute Zusammenspiel in unserem multiprofessionellen Team gelingt es uns den Krankenhauscharakter in den Hintergrund zu stellen, und eine für den jungen Menschen positive Atmosphäre zu schaffen.
Der psychotherapeutische Schwerpunkt liegt auf der Verhaltenstherapie unter starker Berücksichtigung und Einbeziehung des familiären Bezugssystems. Diese Behandlungsform beinhaltet eine Vielzahl von empirisch überprüften Techniken und Therapieformen, welche den Selbstheilungskräften und Bewältigungsstrategien (Coping) sowie entwicklungsschützenden Faktoren (protektive Faktoren) Rechnung trägt. Die Einbeziehung von familientherapeutischen sowie vereinzelt tiefenpsychologisch orientierten Behandlungsstrategien vervollständigt das Konzept.
Weiterhin werden verschiedene kreative und übungsorientierte Behandlungsmethoden, wie z.B. Ergo-, Musik-, Sport- und Bewegungstherapie sowie Erlebnispädagogik, angewendet, sowie Entspannungsverfahren eingesetzt. Wir verfügen über sehr gut ausgestattete Arbeits-, Werk- und Therapieräume für die Ergotherapie, einen großen Musiktherapieraum, eine eigene Sporthalle, einen Kraftraum und für die kleinen Patienten über einen Spielplatz. Unser Team wird seit April 2011 von einem speziell für die Therapie mit Kindern und Jugendlichen ausgebildeten Collie namens Buffy ergänzt.
Das Therapiekonzept ist leitlinienorientiert und an den wissenschaftlichen Erkenntnissen des Fachgebiets der Kinder- und Jugendpsychiatrie ausgerichtet. Der Schwerpunkt der therapeutischen Maßnahmen liegt in einzel- und gruppentherapeutischen Angeboten, regelmäßigen Stationsarztvisiten bzw. Gesprächen mit dem behandelnden Psychologen, Oberarzt- und Chefarztvisiten.
Wir legen größten Wert auf die Einbeziehung der Familie bzw. Sorgeberechtigen. Hierzu finden regelmäßige Gespräche mit dem Arzt oder Psychologen statt, in denen die Eltern bzw. Sorgeberechtigten über den Stand der Behandlung und erforderliche Maßnahmen informiert werden. Dabei steht der junge Mensch ebenso im Vordergrund wie die um Hilfe suchenden Eltern bzw. Sorgeberechtigten.
Die gezielte medikamentöse Behandlung kann eine wirksame Unterstützung der psychotherapeutischen Verfahren sein, die jedoch selbstverständlich mit den Eltern bzw. Sorgeberechtigten abgesprochen wird.
Bei der stationären Aufnahme wird aus dem Pflege- und Erziehungsdienst ein(e) für den jungen Menschen passende Bezugsbetreuer(in) ausgewählt. Diese besondere Bezugsperson ist für unsere Patienten und ihre Angehörigen der vertraute Ansprechpartner und steht neben den behandelnden Ärzten und Psychologinnen bei z.B. auftretenden Fragen oder Sorgen zur Verfügung. Der Pflege- und Erziehungsdienst begleitet den Patienten durch den Stationsalltag, bietet ihm Hilfestellung, Fürsorge und Unterstützung zu seinem Schutz und zur persönlichen Weiterentwicklung. Des Weiteren werden pädagogische Angebote zur Verbesserung der lebenspraktischen Fähigkeiten und Fertigkeiten und der Reintegration in das häusliche Milieu (Familie, Schule, eventuell Vereine) gemacht.
Da die Klinik über eine staatlich anerkannte Klinikschule verfügt, können alle Patienten – entsprechend ihres Gesundheitszustandes – unterrichtet werden. Unsere Lehrer unterrichten in Kleingruppen sowie im Einzelunterricht und geben den Behandlern wichtige Rückmeldungen über den Wissenstand des jungen Patienten, führen eine spezifische schulische Diagnostik durch und können dadurch Empfehlungen zur weiteren Schullaufbahn geben. Bei vorher bestehenden Schulproblemen kann Kontakt zu den Heimatschulen aufgenommen werden, auch können Außenschulbesuche (von der Klinik aus) in der Heimatschule oder in mit unserer Klinikschule kooperierenden Schulen ermöglicht werden.
Die Klinik sollte niemals längerer Aufenthaltsort eines jungen Menschen werden, sondern lediglich der möglichst kurzfristigen Behandlung bzw. Krisenintervention dienen. Gemeinsam mit den Eltern bzw. Sorgeberechtigten suchen wir im Anschluss an den stationären Aufenthalt nach geeigneten ambulanten Therapiemöglichkeiten, um die Nachhaltigkeit des Behandlungserfolgs sicherzustellen.
Zusammenarbeit im multiprofessionellen Team:
